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Woche 23/2016: 70 Jahre sind vergangen, seitdem der 90-jährige Zev miterleben musste, wie seine Familie im Vernichtungslager der Nazis ausgelöscht wurde. Seine Peiniger hat er nie vergessen – obwohl der in Kanada lebende Rentner an Alzheimer leidet. Nun glaubt Zev in Amerika einen der KZ-Wärter von damals zu entdecken und tritt eine Reise an, um das damals seinem besten Freund gegebene Versprechen einzulösen, ihren Peiniger zu töten. Unterwegs trifft er verschiedenste Menschen, die ihn seine Entscheidung überdenken lassen.

Nach „Devil’s Knot“ und „Captive“ wagt der kanadische Regisseur Atom Egoyan erneut die ihm typische Gratwanderung zwischen eigenwilligem Autorenkino und effektivem B-Thriller. Basierend auf einer Prämisse, die an „Cheyenne – This Must Be the Place“ und natürlich „Der Marathon Mann“ erinnert, schickt er den großartigen Christopher Plummer auf eine Reise durch die USA, die in doppeltem Sinne eine Reise wider das Vergessen ist. In Gastrollen des routiniert, aber nicht immer vollends überzeugend gemachten Films sind Bruno Ganz und Jürgen Prochnow zu sehen.