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Woche 24/2016: Um ihrer traumatischen Vergangenheit und ihrem gewalttätigen Ex-Freund zu entfliehen, hat die Amerikanerin Greta einen Job in England angenommen. Als Kindermädchen soll sie einen achtjährigen Jungen namens Brahms betreuen, während dessen Eltern nach Jahrzehnten erstmals Urlaub machen. Die vermeintlich leichte Arbeit hat aber ihre Tücken. Greta ist ganz allein in einem gespenstischen Anwesen – und der Junge tatsächlich eine unheimliche Porzellanpuppe, mit der das Elternpaar den Tod des eigenen Kindes zu verarbeiten versuchte.

Mit beschränktem Budget und Figurenpersonal inszeniert Genrespezialist William Brent Bell einen psychologischen Horrorfilm, der verhalten und spannungsintensiv eine Beziehung zwischen einer Frau und einer verstörenden Puppe aufbaut. Dabei spielt „The Boy“ immer wieder geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers, verzichtet weitgehend auf plumpe Schocks und jede Gewalt. Erst zum Ende hin, mit der Auflösung des Mysteriums, setzt sich die Konvention durch, was den positiven Gesamteindruck des Films allerdings nicht schmälern kann.